Innovative und nachhaltige Projekte für ein lebenswertes Südtirol – das ist das Ziel des Wettbewerbs „Gemeinsam für unsere Zukunft". Kürzlich wurden die drei Siegerprojekte im Hotel Laurin in Bozen mit insgesamt 30.000 Euro prämiert. Den ersten Platz belegte die Bürger:innengenossenschaft b*coop, den zweiten ein innovatives Wohnkonzept und Platz 3 ein bedarfsgerechtes, nachhaltiges Bewässerungssystem für den Wein- und Obstbau.
Eine nachhaltige Zukunft braucht kreative Ideen und den Mut, neue Wege zu beschreiten. Dass Südtirol über enormes Innovationspotenzial verfügt, zeigte sich bereits in der zweiten Auflage des Wettbewerbs „Gemeinsam für unsere Zukunft". Veranstaltet wurde der Wettbewerb von den Südtiroler Raiffeisenkassen in Zusammenarbeit mit der Plattform Land.
Insgesamt
27 Projekte wurden eingereicht – alle mit dem Ziel, den Alltag durch innovative Lösungen zu verbessern. Die thematische Vielfalt reichte von Ernährung und regionalen Wirtschaftskreisläufen bis hin zu Mobilität und Prozessoptimierung. Eine Fachjury wählte die drei besten Projekte aus und be-rücksichtigte neben ökologischen Aspekten den sozialen Mehrwert und die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit.
Die Platzierung der drei Gewinnerprojekte wurde durch ein offenes Online-Voting bestimmt. Die Preisgelder wurden im Rahmen der Abschlussveranstaltung vergeben: Das Siegerprojekt erhielt 15.000 Euro, das zweitplatzierte Projekt 10.000 Euro und das drittplatzierte Projekt 5.000 Euro.
Die Siegerprojekte im Porträt
1) Bürger:innengenossenschaft b*coop
b*coop beeindruckte die Jury mit ihrem Multi-Akteurs-Ansatz. Die Genossenschaft in Brixen vernetzt verschiedene lokale Akteure und entwickelt bedarfsgerechte Lösungen für soziale und ökologische Herausforderungen, welche die Gemeinschaft bewegen. In nur zweieinhalb Jahren wurden bereits 20 erfolgreiche Projekte umgesetzt, darunter b*vico (Förderung lokaler Produzenten), b*ici (Lasten-E-Bike-Initiative) und b*home (generationenübergreifendes Wohnen). Das Ziel von b*coop ist es, Bürger aller Altersgruppen aktiv in den Innovationsprozess einzubeziehen und das Gemeinwohl zu stärken sowie auch möglichst viele Akteure wie Gemeinden, Schulen, Unternehmen und NGOs einzubinden. Karl Michaeler, Präsident der b*coop, betont: „Viele gute Ideen aus der Bevölkerung scheitern an fehlenden Strukturen. Unsere Genossenschaft bietet einen idealen Rahmen, um soziale und gemeinschaftliche Projekte umzusetzen."
2) The CUBO – Compact Urban Built Optimization
Das Projekt von Architekt Mattia Montagna konnte die Jury überzeugen, da es einen innovativen Ansatz zur Lösung der Wohnungsnot in Südtirol bietet – und das, ohne neue Flächen zu versiegeln. THE CUBO reduziert den Wohnraum auf einen kompakten Würfel von 2,20 x 2,20 x 2,20 Metern, der alle wesentlichen Funktionen einer Wohnung integriert: Küche, Bad, Stauraum und ein ausziehbares Doppelbett. Das modulare Plug-and-Play-System ermöglicht eine rasche und kostengünstige Integration in bestehende Gebäude. Neben der nachhaltigen Nutzung bestehender Bausubstanz punktet das Konzept mit ressourcenschonenden Materialien und bezahlbarem Wohnraum. „Die hohen Miet- und Immobilienpreise stellen vor allem für junge Menschen eine Herausforderung dar. Mein Ziel ist es, mit diesem Konzept komfortablen Wohnraum auf kleinstem Raum zu schaffen und so die Wohnsituation zu entspannen", so Architekt Mattia Montagna.
3) Bedarfsgerechte, nachhaltige Bewässerung im Wein- und Obstbau
Die Jury lobte dieses Projekt als innovative Lösung gegen die zunehmende Wasserknappheit. Durch die Kombination von Bodenfeuchtigkeitssensoren mit automatisierten Bewässerungssystemen wird nur bei tatsächlichem Bedarf bewässert. Stefan Raffl, Direktor der Agentur Landesdomäne Agrarbetrieb Laimburg, erklärt: „2022 haben wir begonnen, unsere Tropfbewässerung mit Sensoren zu verknüpfen, sodass nur dann Wasser abgegeben wird, wenn der Boden trocken ist – mit erstaunlichem Erfolg." Im extrem trockenen Jahr 2022 konnte so der Wasserverbrauch um mehr als 50 % gesenkt werden, ohne Qualitätsverluste. Neben der Schonung der Wasserressourcen bringt das System wirtschaftliche Vorteile durch reduzierte Wasser- und Energiekosten und verbessert die Bodenbedingungen nachhaltig.
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