Gesellschaft
Give Peace a Chance
01.01.2025
Im Laufe der Jahre hat die Alexander Langer Stiftung drei internationale Preise für die westlichen Balkanstaaten vergeben, um insbesondere die Arbeit von Frauen (Langer-Preis 2000, 2005) und Jugendlichen (Langer-Preis 2015) bei der aktiven Friedensförderung zu würdigen. Um ihre Arbeit, die langjährige Freundschaft und die Kontinuität des Netzwerks zu stärken, wurde das Projekt „Give Peace a Chance“ ins Leben gerufen. Mitte Dezember wurde es in Sterzing duetsch- und italienischsprachigen Mittel- und Oberschülern vorgestellt.
Im Jahr 2000 wurde der Preis zwei Frauen verliehen: Nataša Kandić, eine serbische Menschenrechtsverteidigerin und Gründerin sowie langjährige Direktorin des Zentrums für Humanitäres Recht in Belgrad; und Vjosa Dobruna, eine kosovarische Kinderärztin und Aktivistin für die Rechte von Frauen und Kindern. Im Jahr 2005 wurde der Preis an Irfanka Pašagić, Psychiaterin und Aktivistin für die Rechte von Frauen und Kindern, verliehen. Gründerin und Direktorin von Tuzlanska Amica bis zu ihrem frühen Tod im Jahr 2023, Freundin und Partnerin zahlreicher Projekte der Langer-Stiftung. Lalla Golfarelli und Lijlijana Zufić sind zwei Aktivistinnen aus Bologna, die Irfanka seit 1992 – dem Jahr, in dem sie Srebrenica verlassen musste – unterstützten und an der Gründung von Tuzlanska Amica mitwirkten. 20 Jahre nach dem Genozid von Srebrenica wurde der Preis an die Organisation Adopt Srebrenica verliehen (2015), vertreten durch Valentina Gagić und Bekir Halilović. Diese Gruppe junger Menschen unterschiedlicher Nationalitäten entstand 2005 mit Unterstützung von Tuzlanska Amica und der Langer-Stiftung, um über Srebrenica zu sprechen, die Erinnerung zu bewahren und mit den Jugendlichen von Srebrenica zu arbeiten.
Um die Schüler auf die Begegnung mit diesen Persönlichkeiten vorzubereiten, wurden drei Workshops organisiert, die im Dezember abgeschlossen wurden. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit der Figur von Alexander Langer und seinem „Versuch eines Dekalogs für das interethnische Zusammenleben“. Sie vertieften die Konzepte von Frieden, Krieg und Zusammenleben sowie die Arbeit der Langer-Preisträger. Schüler hatten dann die Gelegenheit, mit den Gästen über die Bedeutung des Engagements für den Frieden und die Erinnerungskultur als Werkzeug des Friedens zu sprechen. An den Workshops beteiligen sich in Sterzing eine gemischte Gruppe von Schülern der italienischen und deutschen Mittelschulen. Die Referenten sind Menschen, die ihr Leben dem täglichen Aufbau von Frieden gewidmet haben – oft gegen lokale Mächte ankämpfend – und die weiterhin an ihre Arbeit glauben und die Hoffnung nicht verlieren.